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18. Mai 2017

"Glanzleistung der Inkulturation" - Erläuterung zum biblischen Begriff der Jungfräulichkeit

Der Monat Mai gilt traditionell als Monat besonderer Marienverehrung. Allerdings entzündet sich an der Mutter Jesu immer mal wieder theologischer Streit. So führte die Überarbeitung einiger Textstellen in der neuen Einheitsübersetzung in der Tageszeitung "Die Welt" zu der Vermutung, die Katholische Kirche würde sich jetzt nur noch "ein bisschen" zur "Jungfrau" bekennen - obwohl natürlich nach vor im Bibeltext das deutsche Wort "Jungfrau" sowohl in Jes 7,4 als auch in Mt 1,23 verwendet wird.
Frau Prof.'in Irmtraud Fischer hat jetzt in feinschwarz.de einen Beitrag veröffentlicht, der den biblischen Begriff "Jungfräulichkeit" erläutert und in den Kontext der jüdisch-hellenistischen Kultur stellt: "Die Jungfräulichkeit Mariens verdankt ihre steile Karriere der intellktuellen Granzleistung der Inkulturation hebräischer Texte in griechisches Denken".

"Das Plädoyer für die Jungfräulichkeit Marias" von Frau Prof.'in Fischer zeigt, wie das Neue Testament an ein im Alten Testament bekanntes Motiv anschließt, an die Frau, die erst spät im Vertrauen auf Gott Kinder gebiert. Gleichzeitig wird dieses Motiv verändert: "Die Motivumkehr, die aus der kinderlos Gebliebenen eine Jungfrau macht, die noch keine Kinder haben kann, wird durch den Verweis auf Jes 7,14 in der griechischen Version als bereits in der Schrift stehend vorgestellt."

Weitere Erläuterungen zum biblischen Begriff der Jungfräulichkeit finden sich in:
- der Arbeitshilfe "Die neue Einheitsübersetzung entdecken"
-"Maria und die Familie Jesu" (Welt und Umwelt der Bibel)

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