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19. Juli 2012

Ein Steinsitz für den Gemeindeleiter?

Neue Funde in der Synagoge von Horvat Kur

In einer Synagoge aus byzyantinischer Zeit, nahe des Sees Gennesaret fanden Forscher wichtige Fundstücke, wie einen mit figurativen und geometrischen Mustern verzierten Basalttisch, sowie einen Steinsitz, der vermutlich vom Leiter der Gemeinschaft bei Versammlungen genutzt wurde. Die gefundenen Objekte belegen, nach Aussage von Stefan Münger vom Berner Institut für Judaistik, "die Bedeutung der Synagoge als Zentrum des religiösen und sozialen Lebens".

Ein Basaltstein aus früherer Zeit

Als bedeutendsten Fund bezeichnen die Ausgräber einen Basaltstein in Form eines niedrigen Tisches, der zu einer früheren Phase in der Baugeschichte der Synagoge gehörte. Seine Funktion ist unklar: Diente er als Lesepult für die geöffnete Schriftrolle, vor welcher der Vorleser kniete, oder war er Unterlage für ein hölzernes Pult, hinter dem der Vorleser stand und rezitierte?

Die bereits 2010 entdeckte Synagoge aus dem galiläischen Dorf Horvat Kur, stammt aus dem 4./5. Jh. n. Chr. Immer wieder machen Archäologen hier neue Funde. Neben dem Basaltstein wurde jetzt im Synagogen-Innenraum ein Steinsitz freigelegt (s. Foto). Er war in einer Bank entlang der Südmauer der Synagoge eingebaut und über zwei Stufen zugänglich. "Es ist der erste solche Sitz, der je in Israel in situ, das heißt in Originalposition, gefunden worden ist", erläutert Stefan Münger, Co-Direktor des Ausgrabungsprojekts.

Ebenfalls an der  - nach Jerusalem gerichteten - Südmauer fanden die Archäologinnen und Archäologen die Reste eines ehemals reich verzierten Podiums (einer sogenannten Bema), auf welchem ursprünglich der Toraschrein gestanden hatte. Zu den Dekorationselementen gehören unter anderem die Reste eines Löwenreliefs und einer Rosette aus Kalkstein.


Foto (c) Kinneret Regional Project
Quelle: Pressemitteilung Universität Bern

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