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Schöpfung

Die biblischen Schöpfungstexte und ihre Kernaussagen
Sobald man die Bibel vorne aufschlägt und zu lesen beginnt, geht es um die Schöpfung, die Anfänge der Welt und der Menschheit. Dabei spannt die Bibel in Gen 1-11,9 einen Bogen von der Erschaffung der Welt bis zur Ausbreitung der Menschen über die ganze Erde. Die Autoren dieser mythologisch geprägten Texte versuchen den Ist-Zustand der von ihnen erlebten Welt zu erklären und daran festzuhalten, dass Gott der Welt einen guten Anfang gesetzt hat. Ab Gen 11,10 beginnt mit den Vorfahren Abrahams dann die historisch fassbare Zeit.
Die Schöpfungstexte am Anfang bilden eine Art Schlüssel zu allem, was danach zu lesen ist (
Artikel Gen 1-9). Das heißt aber nicht, dass diese Schöpfungstexte auch zuerst entstanden wären. Im Gegenteil: die Schöpfungstexte setzen voraus, dass das Volk Israel Gott in seiner Geschichte als einen erwählenden und befreienden Gott erfahren hat. Sie stehen sie nicht in Konkurrenz zu modernen naturwissenschaftlichen Aussagen über die Entstehung der Welt, sondern zu anderen mythologischen Schöpfungsvorstellungen des Alten Orients. Während nämlich beispielsweise die Astrophysik zu erklären, wie die Welt entstanden ist, liegt diese Absicht den biblischen Texten völlig fern. Sie fragen wie andere altorientalische Schöpfungstexte nach dem Sinn des Lebens, nach der Verbindung zwischen Gott/Göttern und Welt und geben ihre Antworten im Denken der jeweiligen Zeit, in der sie geschrieben wurden.
In den biblischen Schöpfungstexten kommen dabei verschiedene Erfahrungsbereiche der Menschen zur Sprache.
  • Das Verhältnis Gott - Menschen
  • Das Verhältnis Menschen - Natur
  • Verhältnis Frau - Mann
Vielfältige Schöpfungstexte in der Bibel
Gleich am Anfang stehen Texte über die gute Schöpfung (Gen 1 und 2) und der real erlebten (Gen 3) als Kontrast einander gegenüber und sprechen so von der Gebrochenheit der erlebten Welt.

Neben diesen sehr bekannten Texten gibt es aber auch viele andere Schöpfungstexte im biblischen Kanon: Ps 104 singt ein Loblied auf Gott, der sogar die Teile der Schöpfung, die den Menschen völlig uneinsichtig und fremd erscheinen, bewahrt und versorgt. Dagegen protestiert Ijob gegen diese Schöpfung, weil er sie als schrecklich erfährt. Der Beter von Psalm 8 staunt über die Stellung des Menschen in der Schöpfung. Spr 8,22-31 schildert die Rolle der Weisheit/sophia  vor und während der Schöpfung. Paulus beschreibt in dem apokalyptischen Text Röm 8,18-22, dass die Schöpfung in Wehen liegt, dass er Befreiung und Neugeburt erwartet. Der Johannesprolog (Joh 1,1-18) spielt auf die Anfangstexte der Genesis und auf Spr 8 an, indem er dem göttlichen Logos die Funktion des Schöpfungsmittlers zuspricht, wie sie in den weisheitlichen Schriften der Sophia zukommt. Das Neue Testament und damit die christliche Bibel schließen mit der Hoffnung auf die neue Schöpfung (Offb 21-22), die wieder wie Gen 1 - 2 am Anfang von den gelingenden Beziehungen zwischen Menschen und Gott, den Menschen untereinander und aller Kreatur geprägt ist.

Das biblische Weltbild
Die folgende Darstellung ist der Versuch, auf der Grundlage von Texten des Alten Testaments und Bildzeugnissen Palästinas ein Weltbild zu rekonstruieren.

 Altorientalisches WeltbildWie in allen altorientalischen Vorstellungen wird die Welt  von göttlichen Kräften gehalten. Liest man die Darstellung von oben nach unten, sieht man zuerst die himmlische Sphäre mit dem Kerubenthron und geflügelten Serafim. Darunter ist das Himmelsgewölbe, das einen Freiraum für die Erde eröffnet.
Die Erde ist auf Pfeilern im Urmeer gegründet.
Die gefährliche Kraft des Wassers wird durch die Schlange (Leviathan) symbolisiert. Der Tempel auf der Erde ist das Abbild des Himmels. Hier wird das gefährliche Chaoswasser in Leben spendende Bäche verwandelt. Die Bäume zeigen, dass er ein Ort intensiven Lebens ist. Gehalten werden die Säulen der Erde aber durch die ausgebreiteten Arme, die Gottes rettende Kraft symbolisieren (Dtn 4,34).
© Bibel und Kirche 1988

Offener Bereich  Hier finden Sie:

 Bibelarbeit zu Gen 9,1-11 (Bibel heute 2/06)
 Bausteine für die Bibelarbeit mit biblischen Pflanzen (Bibel heute 2/08)
 Psalm 104 von Esther Brünenberg
 Eine Einführung in das Buch Genesis
 Praxisteil Gen 2-3 (Bibel heute 2/08)

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Grundlegende Artikel und Schaubilder
Einführung biblische Schöpfungsvorstellungen von Beate Ego
Grundlegendes zu den biblischen Schöpfungstexten von Eleonore Reuter
Das Weltbild nach dem Alten Testament
Der Baum des Lebens am Anfang und Ende der Bibel

Materialien zum ersten Schöpfungstext der Genesis
Auslegung zu Gen 1 von Georg Steins
Arbeitsblatt zu Gen 1,27-30
Übersetzung Gen 1 von Erich Zenger
Gen 1 Schaubild - Das Sieben-Tage-Werk in Zeit und Raum
Gen 1 Rollenspiel von Ulrich Kmiecik
Gen 1,1-13 Schaubild (Gliederung)
Gen 1 Schaubild als Wand- oder Bodenbild auslegen
Gen 1 Schöpfungserzählung in verteilten Rollen (farbig)
Gen 1 Schöpfungsgedicht in Tabellenform (farbige Tabelle)

Zum zweiten Schöpfungstext der Genesis (Gen 2-3)
Arbeitsblatt - Beziehungen des Menschen
Arbeitsblatt - Der Mensch als Beziehungswesen
Auslegung Prof. Zenger "Die Erschaffung des Menschen als Mann und Frau"
Bibelarbeit Dr. Wieland "Der Garten des Lebens und seine sensible Mitte"
Zur Entstehung der Schöpfungs- und Sündenfallerzählung (Dr. G. Theuer)
Das Verhältnis von Mann und Frau
Erzählbögen
Der Mensch und seine Beziehungen
Die Frau - Hilfe des Mannes?
Die sensible Mitte - meditativer Text

Weitere Schöpfungstexte der Bibel
Psalm 104 - Bibelarbeit, B. Wellmann/ M. Kleinhansl
Morgengebet zum Thema „Schöpfung und Mensch (Psalm 8)“
Spr 8 Auslegung "All meine Worte sind recht" Die Weisheit Salomos
Ps 8 Bibelarbeit "Der staunende Mensch in Gottes Universum"
Ps 104 Bibeltext aus der Einheitsübersetzung
Frieden - Gerechtigkeit - Schöpfung (Download Bibel und Kirche  4/89)

Weitere Seiten zum Thema:
Psalmen (Ps 8 und Ps 104)