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Die Libanonzeder

Serie Pflanzen - ZederBotanisch
Die Libanonzeder (cedrus libani) gehört zu den ausdrucksstärksten Nadelgehölzen, die es auf der Erde gibt. Sie erreicht Wuchshöhen von 30 bis 50 Meter und kann über 1.000 Jahre alt werden. Die Libanon-Zeder wächst entlang der Mittelmeerküste Süd- und Südwestanatoliens, im Libanon, dessen Wahrzeichen sie ist, auf den Höhenlagen des Dschebel Aansariye in Syrien und in der Türkei in der Nähe des Schwarzen Meeres.
Das ursprünglich natürliche Verbreitungsareal im Libanon betrug rund 500.000 Hektar, das durch Raubbau auf heute nur mehr 2.000 Hektar geschrumpft ist. Die Bäume wachsen sehr langsam und sind resistent gegen Insektenbefall und Fäulnis. Das Holz ist rötlich, riecht gut, sieht schön aus und ist dauerhaft und leicht zu bearbeiten, weshalb es in der Antike gern für Tempel und Paläste verwendet wurde. Das Baumharz und das Öl, das aus den aufrecht stehenden Zapfen gewonnen wurde, galten als Heilmittel. Man stellte daraus antiseptische Salben her und behandelte Zahnschmerzen.
 
 ZedernwaldIn der Bibel
Die Zeder wird über 70mal in der Bibel erwähnt. Sie steht für Stärke und Macht, Größe, Gerechtigkeit und Schönheit (Hld 5,15; Jes 35,2; 41,19; Ps 92,13). Alle Königshäuser des Alten Orients preisen die Libanonzeder und die Zedernwälder wegen ihrer Schönheit. Die Ägypter importierten Zedernholz, um Gebäude, Schiffe, Throne und Altäre zu bauen. Auch König David ließ sich einen Palast aus Zedernholz bauen (2 Sam 7,2). Aus 2 Chron 2 wissen wir, dass Salomo große Mengen an Zedernholz bei Hiram, dem König von Tyrus einkaufte. Für den Bau des ersten und zweiten Tempels in Jerusalem wurde Holz von Libanonzedern verwendet: für Säulen und Balken sowie für die Täfelung, Verkleidungen, Fußboden und Altar (1 Kön 5,15-32; 6,9-22; 7,2; Esra 3,7). Das Libanonwaldhaus (1 Kön 7,2-5) im großen Palastgelände des Königs Salomo verdankt seinen Namen drei Reihen von je 15 Zedernsäulen, die das Dach trugen und den Eindruck eines Waldes erweckten.
Die desinfizierende Wirkung von Zedernholz ist bekannt, das duftende Harz wurde für kultische Rituale, die Asche zur Herstellung von Reinigungswasser verwendet (Lev 14,4.6.49; Num19,6).
Die Propheten sprechen oft in Bildworten von der Zeder (Jes 41,19; Ez 17,23; 31,3ff). Sie ist dabei ein Zeichen von Erhabenheit, Größe, Kraft und königlicher Würde.


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