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Der Johannisbrotbaum

Johannissbrotbaum botanische Zeichnung

Botanisch


Die arabische Halbinsel ist Ursprung des immergrünen Johannisbrotbaumes (ceratonia siliqua). Er liebt Sonne und Wäre, stellt ansonsten aber keine Ansprüche an den Standort.

Der Baum ist knorrig und wird zwischen 4 und 12m, gelegentlich auch bis 20m hoch. Die Äste verzweigen sich stark und unregelmäßig, sind aufrecht oder hängend und ebenfalls teilweise knorrig. Die immergrünen ledrigen Blätter stehen gegenständig. Die unscheinbaren Blüten stehen in Scheinähren und bringen die markanten Früchte hervor:  lange braunen Schoten, die meist hornartig gekrümmt sind. Zahlreiche flache, glänzend braune Samen liegen in kleinen Hohlräumen der Früchte.

 

Die Schotenfrüchte sind sehr nahrhaft und werden vor allem als Kraftfutter für Vieh verwendet, in Notzeiten auch von Menschen als Nahrungsmittel. Aus den Samen wird heute ein Mehl gewonnen, das sich durch eine hohe Quellfähigkeit auszeichnet. Es kann das 80-fache seines Eigengewichts an Wasser binden und wird als Gelier- bzw. Bindemittel und zur Herstellung u.a. von diätischen (glutenfreien) Lebensmitteln eingesetzt.


 Johannisbrotbaum Früchte

In der Bibel


Der

Johannisbrotbaum machte früher in Israel einen großen Bestandteil der Vegetation aus.

Der deutsche Trivialname "Johannisbrotbaum" erinnert an Johannes den Täufer und dessen asketische Lebensweise in der Wüste / am Jordan.

Wegen der Ähnlichkeit der hebräischen Wörter für Heuschrecken (hagavim) und Johannisbrotbäume (haruvim) vertreten einige Bibelausleger die Meinung, dass mit den Heuschrecken in Mt 3,4 eigentlich die Früchte des Johannisbrotbaumes gemeint seien.

Im Gleichnis vom verlorenen Sohn ist dieser so hungrig und arm, dass er aus dem Schweintrog die Futterschoten essen möchte (Lk 15,16).

 

 

Wissenswert:

Der lateinische Name ceratonia leitet sich vom Griechischen keration (= Hörnchen) ab. Der damit verwandte, aus dem arabischen stammende Name Karat, die Gewichtseinheit für Diamanten, leitet sich ebenfalls dieser Wortfamilie und vom Johannisbrotbaum ab: die kleinen harten Samen des Johannisbrotbaums wiegen alle exakt 200 gr. Dies wurde schon in der alten Welt beobachtet, weshalb die Samen idealerweise als kleines Gewicht für Gewürzhändler dienten –  und eben auch für das Wägen von Diamanten genutzt wurden. Heute ist für Diamanten die Gewichtseinheit Karat immer noch auf 200 gr festgesetzt.