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Elija

Elija ist eine der bedeutendsten Figuren des Alten bzw. Ersten Testaments. Zeugnisse finden wir in der Schrift in 1 Kön 17-19.20-21; 2 Kön 1-2.; Sir 48,1-11; Mal 3,23f.

Er hat in einer Zeit, in der der Glaube an den einen Gott Israels durch die Verehrung der kanaanäischen Götter gefährdet war, entscheidend zur Durchsetzung des Ein-Gott-Glaubens beigetragen - und zwar mit blutigem Schwert (1. Hälfte 9. Jh. v. Chr.). Trotz dieser Gewaltgeschichte sind die Verdienste Elijas um den Erhalt Israels und seines Glaubens so groß gewesen, dass ihm dies die Ehre eingetragen hat, Vater Israels, sein Wagen und Lenker (2Kön 2), genannt zu werden. Er ist neben Henoch (Gen / 1.Mose 5) die einzige Gestalt in der hebräischen Bibel, die nicht sterben musste, sondern in den Himmel entrückt wurde.

Geschildert wird er als Gestalt, die ungeheuer leidenschaftlich, feurig auftrat, als Eiferer für seinen Gott, der selbst bedürftig ist, aber von Gott versorgt wird (Raben bringen ihm Nahrung), der einer Witwe und ihrem Sohn in der Hungersnot mit Gottes Hilfe das Leben rettet. Deshalb gilt er im Judentum als Nothelfer. Er tritt zum Gotteskampf mit den Baalspriestern an und lässt sie nach dem Sieg abschlachten. Dann wird er aber selbst verfolgt und in einer schweren Depression  lebensmüde, woraus ihn Gott schrittweise herausführt.

In der Erzählung von Nabots Weinberg kommt das soziale Anliegen der Bibel zur Geltung: Gott ist ein Anwalt der von den Reichen und Mächtigen Betrogenen und lässt Übergriffe nicht ungeahndet.

Auch im Neuen Testament spielen Elija und die Erinnerung an diesen Propheten eine bedeutende Rolle. Bei der Verklärung Jesu (Mk 9,2-13; Mt 17,1-13; Lk 9,28-36) erscheint Elija gemeinsam mit Mose auf dem Berg und spricht vor den Augen der Jünger mit Jesus. Mose und Elija stehen in dieser Szene für das, was wir Christen das Alte Testament nennen: Mose steht für die Tora, die fünf Bücher Mose, und Elija für die Prophetie, den zweiten Teil der hebräischen Bibel. Außerdem gilt Mose als erster Prophet und Elija als letzter Prophet, der kommen soll vor dem Ende, also auch vor dem Messias.

Elijas Wirken steht für einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum Ein-Gott-Glauben. Diesen gibt es noch nicht in seiner Zeit. Elija fordert die Glaubenden, die sowohl Jahwe, den Gott vom Berg und der Wüste, wie auch Baal, den Kulturlandgott, der für Regen und Fruchtbarkeit sorgen soll, verehren, auf, sich zwischen beiden zu entscheiden: „Wie lange wollte ihr noch auf zwei Ästen hüpfen? Ist Jahwe der wahre Gott, folgt ihm. Ist es Baal, dann folgt diesem!“ (1 Kön 18,21). Sein Name sagt: Ich habe mich für Jahwe entschieden: Mein Gott ist Jahwe. Für ihn ist Jahwe für alles Leben zuständig, auch für die Bereiche Baals.

Das Gottesbild des Elija ist ambivalent, viel Gewaltgeschichte klingt an, er ist ein Entweder- oder – Mensch: Er bringt zum einen voran, ist faszinierend, bündelt die Kräfte, kann stark wirken, muss aber zum anderen verdrängen, vernichten, abspalten; so ist er auch gefährlich und kann gewalttätig werden. Die Erzählung vom Gang zum Gottesberg korrigiert dieses gewalttätige einseitige Gottesbild.



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Elijas Schritte aus der Verzeiflung, Arbeitsblatt