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Das Buch Genesis (1. Mose)

Die Tora (der Pentateuch)

In der jüdischen Tradition werden die ersten fünf Bücher des Alten Testaments als Tora („Weisung“) bezeichnet. Die Tora bildet das Fundament des jüdischen Glaubens. In der griechischen (Septuaginta) und in der lateinischen (Vulgata) Übersetzung der hebräischen Bibel werden diese ersten fünf Bücher „Pentateuch“ genannt. Inhaltlich bilden sie einen Bogen von der Schöpfung bis zum Tod des Mose.

Entstehung

Die Frage, wie die Tora (der Pentateuch) entstanden ist, wird derzeit in der Forschung sehr kontrovers diskutiert. Einigkeit besteht darüber, dass die Endkomposition des Pentateuch als Ergebnis eines mehrere Jahrhunderte dauernden Überlieferungsprozesses gegen 400 v. Chr. vorlag.
Das klassische Vierquellenmodell, welches vier verschiedene Pentateuchschichten (Jahwist [J]; Elohist [E]; Priesterschrift [P]; Deuteronomium [D]) unterscheidet, wird heute in dieser Form nicht mehr vertreten. So ist die Rekonstruktion und die Frühdatierung der Quellen J und E aufgrund neuerer Erkenntnisse der Religionsgeschichte nicht mehr möglich.
Die Entstehung der Tora (des Pentateuch) kann man sich so vorstellen, dass die ältesten Texte zuerst mündlich tradiert und dann in der mittleren Königszeit aufgeschrieben wurden. Als Reaktion auf den Untergang des Nordreichs Israel entstand um 700 v. Chr. im Südreich das „Jerusalemer Geschichtswerk“. Im babylonischen Exil wurden dann nach der Zerstörung Jerusalems und des Tempels von priesterlichen Kreisen Texte verfasst, die übergreifende Systematiken und kultische Themen zum Inhalt haben. P und D wurden im babylonischen Exil in den Erzählzusammenhang eines „Exilischen Geschichtswerks“, das die Geschichte von der Schöpfung bis zum Exil erzählte, eingebaut. Aus diesem Werk wurde spätnachexilisch die Tora (der Pentateuch) abgetrennt.

Das Buch Genesis

Das erste Buch der Tora (des Pentateuch) trägt entsprechend der griechischen und lateinischen Übersetzung den Namen „Genesis“, was soviel wie „Entstehung, Ursprung“ heißt.

Aufbau

Im Mittelpunkt des Buches Genesis stehen die Entstehung der Welt und des Lebens (Gen 1-11) und die Entstehung des Volkes Israel (Gen 12-50) inmitten der anderen Völker des Alten Orients. In diesem Zusammenhang finden sich auch genealogische Notizen („Stammbäume“ bzw. „Völkertafel“), die an verschiedenen Stellen des Buches Genesis vorliegen. Sie bestehen manchmal nur aus einer Überschrift (Gen 2,4a) oder können auch ein ganzes Kapitel (Gen 10) umfassen.

Entstehung

siehe unter „Die Tora (der Pentateuch)“

Inhalt

Die so genannte „Urgeschichte“, die nach einigen Bibelwissenschaftlern nicht Gen 1-11, sondern nur 1-9 umfasst, erzählt von Welterschaffung, Sündenfall und Sintflut (Artikel zu Gen 1-11). Dabei kommt es ihr nicht darauf an, die Frage zu klären, ob diese Ereignisse auch wirklich historisch stattgefunden haben, sondern in der Form einer Erzählung in Vergangenheit teilt uns die „Urgeschichte“ wesentliche Einsichten zum einzelnen Menschen, zur Menschenwelt, zu Gott und seinem Verhältnis zum einzelnen Menschen und zur Menschenwelt mit. Was in zeitlicher Hinsicht als ein „einmaliges“ Geschehen erzählt wird, meint von seinem Sinn her eine „Allmaligkeit“, also etwas Wesentliches. Es geht darum, die Frage zu beantworten, was die Welt im Innersten zusammenhält. Nach der Sintflutgeschichte ist dies die rettende Liebe Gottes, die immer wieder durch die Bosheit der Menschen herausgefordert wird, aber niemals an ihr scheitert.
In Gen 12-50 deutet das Volk Israel in den Erzählungen seine Anfänge in Form von Familiengeschichten mit Gott. Diese Geschichten thematisieren nicht nur innerfamiliäre Konflikte samt Lösungsmöglichkeiten, sondern auch das Verhältnis zu den Nachbarvölkern. In beiden Fällen zeigt sich, dass es sich hier nicht in erster Linie um historische Ereignisse handelt, sondern es soll deutlich werden, dass Israel von Anfang an unter dem Segen Gottes steht. Dies wird vor allem in der Josefsgeschichte (Gen 37-50) deutlich vor Augen geführt, indem Gott aus dem Hintergrund alles zum Guten hin lenkt. Mit Hilfe der Josefsgeschichte gelangen die Vorfahren Israels nach Ägypten. Hier setzt dann das zweite Buch der Tora bzw. des Pentateuch ein.

 Offener Bereich Aus unserer Zeitschrift "Bibel heute"

Bausteine zu Gen 18,1-16
(Bibel heute 4/04)
Bibelarbeit zu Gen 9,1-11
(Bibel heute 2/06)
Bibelarbeit zu Gen 37
(Bibel heute 1/08)
Die Fluterzählung
(Bibel und Kirche 2/03)
 

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