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Pflanzen der Bibel 1

 Dattelpalme

Dattel / Dattelpalme

In der Bibel
Weil die Dattelpalme immergrün ist und so vielseitig als Lebensgrundlage dient, wird sie auch Lebensbaum oder heiliger Baum genannt (Gen 2,9). Daher findet sich ihre Darstellung auch im Jerusalemer Tempel und im Zusammenhang mit Göttinnen in der altorientalischen Umwelt, um den Leben spendenden Aspekt darzustellen (1 Kön 6; Ez 40,16-41,26).
Die Palme wird vor allem in der Weisheitsliteratur gern als Bild verwendet, um den Gerechten und den Frevler miteinander zu vergleichen: der eine orientiert sein Leben an Gott und seiner Ordnung; sein Leben bringt Frucht und kann gedeihen wie die immergrüne Palme. Jener aber, der Gott ignoriert gleicht einer vertrockneten Palme, deren Wurzeln das Wasser nicht mehr erreichen (Ps 1; Ps 92,13-16; Ri 4,4; Ijob 15,32).
Wenn die Richterin Debora gerade unter einer Palme Recht spricht, dann ist das auch ein Hinweis auf ihre Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit. Sie ist aufrichtig wie der Stamm einer Palme (Ri 4,4).
In Dtn 8 werden sieben Pflanzen aufgezählt, die das Heilige Land charakterisieren. Die Dattelpalme ist eine davon. Wenn dann im selben Kapitel noch von Honig die Rede ist, und man metaphorisch von dem Land spricht, in dem Milch und Honig fließen (Dtn 26,9), dann ist mit diesem Honig vermutlich der Dattelsirup gemeint.
Beim fröhlichen Laubhüttenfest werden Zweige von Palme, Citratzitrone (Etrog), Myrte und Weiden zu einem Strauß gebunden, der bei den Segensgebeten geschüttelt wird. Im zweiten Makkabäerbuch wird der Sieg mit Freudenliedern, Musikinstrumenten und Palmenzweigen gefeiert. Von daher erklärt sich, warum Jesus in Jerusalem mit Palmzweigen begrüßt wird: Er zieht wie ein siegreicher König in die Stadt ein (Lev 23,40; 2 Makk 14,51; Joh 12,13). Weil Jesus aber einen Esel als Reittier wählt, ist sein Einzug zugleich eine Friedenskundgebung (vgl. Sach 9,9f).
Die Palme findet sich auch immer wieder auf Ikonen der Ostkirchen. Sie ist auch hier Symbol für den Lebensbaum, das fruchtbringende Leben des Gerechten und Aufrichtigen vor Gott. Davon ausgehend wurde die Palme auch zum Symbol für die Auferstehung. In Bildern der Westkirche wurde die Palme zunehmend von Darstellungen heimischer Bäume verdrängt.
 Dattelpalme gezeichnet

Botanisch


Die Dattelpalme (phoenix dactylifera) ist im Vorderen Orient als Nutz- und Kulturpflanze mindestens seit dem 3. Jt. v. Chr. nachgewiesen. Sie wächst an Oasen, aber auch in Städten (vgl. Jericho, die Palmenstadt Num 33,9; Dtn 34,3).
Dattelpalmen sind besonders für Menschen in Wüstenregionen lebenswichtige Bäume: Sie spenden Schatten in der Hitze, zeigen Wasservorkommen an, da ihren Pfahlwurzeln an tiefe Grundwasservorkommen reichen. Aus den Früchten kann sowohl Brot als auch Sirup hergestellt werden, das Holz dient als Bau- und Brennmaterial, Blätter zum Dachdecken und als Viehfutter und die Blattfasern werden zu Seilen, Körben und Matten verarbeitet. Die Dattelkerne können geröstet als Kaffeeersatz dienen. Die Dattelpalme wird zwischen 10 und 30 m hoch, wächst gerade und ist immergrün. Etwa nach fünf Jahren trägt ein Dattelbaum das erste Mal Früchte. Er kann gute 100 Jahre alt werden. Die Dattelpalme wird im Hebräischen tamar genannt.


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Wolfgang Kawollek/ Henning Falk, Bibelpflanzen kennen und kultivieren, Ulmer Verlag, Stuttgart 2005


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