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Wunder

Wundererzählungen der Bibel
In den Bildungsplänen der Schulen und in der Leseordnung der Gottesdienste spielen die Wundergeschichten der Bibel eine großes Rolle. Dass sie dort so häufig vorkommen, entspricht ihrer Gewichtung in den Evangelien. Das Markusevangelium etwa erzählt vom Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu bis zu seinem Aufbruch nach Jerusalem eine Wundergeschichte nach der anderen (Mk 1,21-8,26).
Das Johannesevangelium berichtet zwar nur von sieben Zeichen Jesu. Diese stehen aber beispielhaft für andere: „Noch viele andere Zeichen, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind, hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan. Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.“ (Joh 20,31f)
 
Stolpersteine
Trotz der häufigen Behandlung dieser Texte in Gottesdienst und Unterricht haben viele Menschen Schwierigkeiten mit den Wundergeschichten der Bibel. Wunder scheinen mit der heutigen naturwissenschaftlich geprägten Weltsicht nicht zusammen zu passen. Das andere Problem im Umgang mit den biblischen Wundergeschichten ist, dass sich alles schnell auf die Frage nach dem historischen Wert und Kern dieser Erzählungen konzentriert: Sind diese Wunder tatsächlich geschehen und sind sie so passiert, wie sie in der Bibel erzählt werden?

Zur Forschungslage
Die Frage nach dem historischen Wert und einer angemessenen Auslegung der Wundergeschichten ist eines der umstrittensten Themen der wissenschaftlichen Theologie und Bibelauslegung. Besonders Vertreter der religionsgeschichtlichen Methode und der Form- und Gattungskritik interpretierten die Wunder dahingehend, dass sie im Wesentlichen  als nachösterliche Bildung der frühchristlichen Gemeinden anzusehen sind. Am ehesten wird für die Exorzismen mit einem historischen Kern gerechnet, zudem wird Jesus als Mensch mit charismatisch-therapeutischen Qualitäten gezeichnet.
Die evangelische Neutestamentlerin Ulrike Metternich hat in dieses Forschungsgespräch einen Neuansatz eingebracht, der die Problematik der historischen Rückfrage durchbricht und hilfreiche hermeneutische (Verstehens-) Möglichkeiten für die Wundererzählungen der Bibel eröffnet. Metternich kann zeigen, dass es in all diesen Texten darum geht, das Wirken der dynamis/der Gotteskraft im Leben von Menschen zu beschreiben. Im Heft Bibel und Kirche 2/2006 wird dieser neue Forschungsansatz ausführlich vorgestellt und diskutiert. Ein Forschungsüberblick lädt ein, die Geschichte der Wunderdeutungen in der Bibelwissenschaft zu verfolgen.

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Verschiedene Ansätze der Wunderdeutung

Ein Unterrichtsprojekt für die Oberstufe: "Requiem" - Exorzismus im Film:
Artikel "Requiem"
M1 Gliederung
M2 Fragen zum Film
M3 Kreative Aufgabenstellung
M4 Der historische Fall - Anneliese Michel
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M6 Antwort der Psychatrie
M7 Die Antwort der Rechtsordnung
M8 Die Dämonenaustreibungen Jesu - Martin Ebner
M9 Die Heilung des Besessenen von Gerasa - Eugen Drewermann
M10 Religiöse Erfahrungen im Zusammenhang mit Psychosen - Renate Schernus