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Jesus der Christus

Der historische Jesus
Historisch  verwertbare Anhaltspunkte zum Leben und Auftreten Jesu erhalten wir vor allem durch die Evangelien. Die wenigen und kurzen Hinweise aus den Werken der profanen Literatur belegen, dass Jesus gelebt und einen gewaltsamen Tod erlitten hat, sie sagen aber nichts über sein Leben und Wirken.
Der Name "Jesus" beruht auf dem hebräischen Namen Jehoschua und heißt übersetzt "Jahwe rettet". Jesus ist während der Regierungszeit Herodes des Großen geboren, der 4. n.Chr. starb. Als Herkunftsort Jesu werden Betlehem oder Nazaret genannt.  Der in den "Kindheitserzählungen" genannte Ort Betlehem entstammt  wohl dem Erzählinterresse, auf dem Hintergrund des Osterglaubens und der prophetischen Tradition (Mi 5,1) Jesus als den Messias Israels darzustellen.
Zu den am besten gesicherten Daten gehört Jesu Begegnung mit Johannes dem Täufer. Anlass für das eigene prophetische Auftreten könnte ein Visionswort sein, das in Lk 10,18 erhalten ist: "Ich sah den Satan wie einen Blitz aus dem Himmel fallen". Jesus von Nazaret verkündete die anbrechende Gottesherrschaft durch Worte und Taten und sammelte eine Erneuerungsbewegung um sich (dazu mehr unter: Reich Gottes, Wunder, Gleichnisse).
Zu den auch in außerchristlichen Quellen bezeugten Fakten gehört der gewaltsame Tod Jesu. In zeitlicher Nähe zum jüdischen Pessachfest, möglicherweise dem des Jahres 30 n.Chr., wurde Jesus vom römischen Prokurator über Judäa, Pontius Pilatus, zum Tod durch Kreuzesstrafe verurteilt, der für politische Revolutionäre vorgesehenen römische Hinrichtungsart, und hingerichtet. Die Evangelien berichten, dass Josef von Arimathäa ihn in ein in einen Felsen gehauenes Grab legte (Mk 15,42-47).

Der Gesalbte, der Messias (hebräisch) / Christus (griechisch)
Die Evangelien betreiben keine objektiv historische Geschichtsschreibung. Sie sind nachösterliche Bekenntnisschriften des frühen Christentums, die zum Glauben an Jesus, den Messias Israels und Retter der Welt führen wollen. "Jesus Christus" ist die Kurzfassung dieses Bekenntisses: Jesus ist der Messias, der Gesalbte Gottes, den die Propheten angekündigt haben.
Jesus hatte nach seinem prophetischen Auftreten in Galiläa seine Botschaft von der Gottesherrschaft auch nach Jerusalem tragen wollen. Die Erwartung, dass Gott an der heiligen Stätte seine Herrschaft aufrichten werde, und sich von Jerusalem ausgehend die Gottesherrschaft ausbreiten werde, war gerade in den frommen Kreisen des damaligen Judentums lebendig.  Nach seinem Einzug in Jerusalem wird Jesus von einer namenlosen Frau gesalbt (Mk 14,3-9 parr). Durch die Tempelreinigung (Mk 11,15-19 parr; vgl. Joh 2,13-16) versucht Jesus mit prophetischem Gestus, Israel auf das Einbrechen der Gottesherrschaft am Zion vorzubereiten. Dadurch wurde v.a. die sadduzäische Priesterschaft provoziert. Da die Jurisdiktionsgewalt bei den Römern lag, wurde Jesus dem Statthalter Pontius Pilatus überstellt, der über ihn schließlich das Todesurteil durch Kreuzesstrafe fällte und ihn hinrichten ließ.

Die neutestamentlichen Schriften überliefern die Jesusgeschichte samt der von ihr nicht zu trennenden Leidensgeschichte im Licht der Ostererfahrung. Sie wollen das Leben, Wirken und den Tod Jesu theologisch reflektieren und den Glauben an die Auferweckung Jesu aus den Toten weitergeben. Dazu greifen sie vor allem auf Deutungsmuster der altestamentlich - jüdischen Tradition zurück, das Motiv des leidenden Gerechten (vgl. die Klagepsalmen), das gewaltsame Prophetengeschick (vgl. die deuteronomistische Reflexion über den verfolgten Propheten) und die Vorstellung vom stellvertretend-sühnenden Leiden und Sterben (Jes 52f; Weish; 4 Makk), die Auferweckung aus den Toten.


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Was hätte Jesus getan? Auf der Suche nach dem historischen Jesus und seiner Bedeutung.

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