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Das biblische Menschenbild

Mensch
Nach biblischem Verständnis ist der Mensch (hebr. adam) grundsätzlich und wesentlich auf Gott als Schöpfer bezogen. Gen 1,26f. spricht davon, dass die Menschen Gottes Ebenbild sind, weil sie „als Abbild“ Gottes geschaffen sind. Früher hat man das als eine Wesensaussage gelesen. Durch Bilder und Texte aus den Nachbarkulturen Israels hat sich das Verständnis erweitert: Für die Religionen des Alten Orients und Ägyptens repräsentiert ein Bild die Gottheit und ist Träger der Handlungsvollmacht. Abbilder der Gottheiten werden die Könige oder Pharaonen genannt, die die Aufgabe haben, als Repräsentanten der Gottheit(en) auf der Erde zu herrschen. In der Bibel wird diese „Königsaufgabe“ demokratisiert und allen Menschen zugesprochen, die „herrschen", also die Verantwortung Gottes für die Schöpfung in der Schöpfung wahrnehmen sollen. Im und durch den Menschen als Bild Gottes handelt Gott in seiner Schöpfung.
Im zweiten Schöpfungstext wird die enge Beziehung zwischen Gott und Menschen erzählerisch durch den „Lebensatem" sichtbar gemacht, den Gott seinem Geschöpf „einhaucht" (Gen 2,7; Weish 15,11). Dieser Lebensatem macht lebendig, er zeigt die Gegenwart der ruach Gottes im Menschen an.

Der Mensch als Beziehungswesen

Der Mensch wird in der Bibel weiterhin vor allem als Beziehungswesen beschrieben. Neben der Beziehung des Menschen zu Gott ist zunächst die des Menschen zum Menschen von entscheidender Bedeutung (Gen 1,27; Gen 2-4).
Als dritten Bereich von Beziehungen beschreibt die Bibel die Einbindung des Menschen in die Gesamtheit der Schöpfung: Der Mensch gibt den Tieren, die auch aus dem Ackerboden geschaffen werden, ihren Namen (Gen 2,19). Hier wie auch in Psalm 8 wird die besondere Würde des Menschen deutlich.
Betonen die Schöpfungserzählungen die Vergänglichkeit des Menschen, seine Sterblichkeit, so bildet sich in der Auseinandersetzung mit dem Hellenismus in den späteren Schriften verstärkt die Überzeugung heraus, mit dem Tod sei der Mensch nicht am Ende: „Gott hat den Menschen zur Unvergänglichkeit erschaffen und ihn zum Bild seines eigenen Wesens gemacht" (Weish 2,23).
Die Hoffnung auf die Auferstehung ist schon in späten Schriften des Alten Testaments zu finden und prägt dann die neutestamentliche Literatur.
Das biblische Menschenbild grenzt sich deutlich ab von der dualistischen Auffassung der griechischen Philosophie, die einen Gegensatz von Seele und Leib konstruiert und die Leiblichkeit des Menschen negativ als Fessel des Geistes  bewertet.
Dagegen wird in der Bibel die Körperlichkeit des Menschen nicht negativ bewertet. Sie ist vielmehr die menschliche Möglichkeiten zur Kommunikation und der Einbindung in Familie, Stamm, Volk und Menschheit. All dies gehört aber positiv zum Menschsein dazu (vgl. Gen 2,23 f; 29,14; 37,27).

 Offener Bereich  Aus unserer Zeitschrift "Bibel heute"

Bibelarbeit zu Hld 4,1-16
Bausteine zu Gen 18,1-16
Bibelarbeit zu Judas, dem Jünger Jesu


Segnungsgottesdienst für Menschen, die von Krankheit berührt sind
Auslegungen der biblischen Texte im Gottesdienst: Ein Beitrag von P. Zürn

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Schöpfung - Zur Gottebenbildlichkeit des Menschen
Der Mensch als Mann und Frau (Gen 1,27). Arbeitsblatt von W. Wieland
Gen 2-3 Auslegung und Bibelarbeit von J. Erzberger