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Räucher- und Duftpflanzen der Bibel

Viele Pflanzen mit aromatischen Inhaltsstoffen wurden in der Alten Welt genutzt, um Salben, Parfüme oder Räucherwerk herzustellen. Das Räucherwerk wurde bei kultischen oder medizinischen Handlungen eingesetzt - auch wegen der desinfizierenden Wirkung der Pflanzeninhaltsstoffe. Außerdem wurden durch das Räuchern oft auch schlechte Gerüche überdeckt.
Vor allem aber waren Salben und Räucherwerk in biblischer Zeit Zeichen der Lebensfreude und wurden im Übermaß verwendet (Hld 5,5;Koh 9,8; Ps 133,2f). Handelskarawanen auf der sog „Weihrauchstraße“ transportierten Weihrauch und Myrrhe, die wichtigsten Harze Südarabiens, von Jemen und Oman aus ins Heilige Land.
 WeihrauchMyrrhe
Myrrhe (vom Arabischen mur = bitter) ist das Harz des Baumes Commiphora myrrha aus der Familie der Balsambaumgewächse. Die großen grau-grünen Blätter werden während der Trockenzeit abgeworfen. Das Harz tritt auf natürliche Weise aus, wenn beim Wachsen die Rinde aufplatzt, oder wenn man den Baum anritzt. Nach gezieltem Melken des Baumes braucht die Pflanze etwa 1-2 Jahre Erholung, bevor man wieder das Harz anzapfen kann, ansonsten vertrocknet die Commiphora.
Das Myrrheharz wird zum einen wegen seines Duftes geschätzt und z.B. heute noch in der Aromatherapie eingesetzt. Zum anderen erkannten die Menschen schon früh die antibakterielle Wirkung der Myrrhe, weshalb sie in biblischer Zeit zur Herstellung von Heilsalben und auch zum Salben von Leichnamen verwendet wurde. Noch heute wird Myrrhe in Zahnpasta und Mundwassern verwendet.
Im Foto ist in der Schale rechts das Myrrheharz zu sehen, links Weihrauch (s.u.).
 MyrrheIn der Bibel kommt die Myrrhe erstaunlich häufig in verschiedensten Büchern vor:
In Exodus 30,22-25, erhält Mose die Anleitung, wie das heilige Salböl hergestellt werden soll: Neben Olivenöl sollen als Aromastoffe auch Myrrhe, Zimt und Gewürzrohr  verwendet werden.
In Ester 2,12, Hoheslied 1,13 und 3,6 wird Myrrhe als Parfum verwendet. Der herbe Duft galt in der Antike als erotisch.
Im Neuen Testament schenken die Weisen aus dem Osten Jesus zur Geburt Gold, Weihrauch und Myrrhe (Mt 2,11) – königliche und wertvolle Geschenke. Nikodemus balsamiert den Leichnam Jesu mit einer Mischung aus Aloe und Myrrhe ein (Joh 19,39f). Nur im Markusevangelium wird Jesus am Kreuz ein Becher Wein mit (der heilenden und betäubenden?) Myrrhe gereicht, den Jesus ablehnt (Mk 15,23).
In der Offenbarung des Johannes (18,13) wird Myrrhe als Luxusgut gekennzeichnet.
Weihrauch
Das echte Weihrauchharz wird vom Weihrauch-Baum (Boswellia sacra, Boswellia spec ) gewonnen. Diese Baumarten wachsen in Trockengebieten in Afrika, Arabien und in Indien. Die Blätter sind gefiedert, die kleinen Blüten grünlich oder weiß. Das milchig-weiße Harz (lat. olibanum) trocknet in „Tränen“, die sich dabei gelblich oder rötlich verfärben.
Weihrauch wird eine desinfizierende und Keim abtötende Wirkung zugesprochen, und kann heute noch z.B. gegen Schimmel eingesetzt werden.
In der Bibel wird Weihrauch häufig erwähnt: Beim Opfer (Lev 24,7-7, Num 16,7-7, Jer 6,20-20, als Luxusgut (Ez 23,41-41), zur Unterstützung des Gebetes (Offb 8,4-4), als Gabe der Weisen an den neugeborenen Jesus (Mt 2,11).


Weihrauch und Myrrhe kann man als Harze oder Poster bestellen bei:
Claudia Schindler-Herrmann
Skarabäus Werkstatt
Kurze Fuhrenstr. 4
D-79650 Schopfheim
Tel +49 7622 668116
Fax +49 7622 668117
claudia.schindler-herrmann@web.de
www.skarabäus-werkstatt.de

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Die Fotos auf dieser Seite stammen von Claudia Schindler-Herrmann.

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