1. Bibelwerk
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Feige / Feigenbaum

Botanisch
Die echte Feige (ficus carica) und die damit verwandte Maulbeerfeige (ficus sycomorus) gehören zu einer viele Arten umfassenden Gattung von Bäumen und Sträuchern.
Feigen kommen ursprünglich aus Asien und sind schon um 5000 v. Chr. als Kulturpflanzen in Israel und im ganzen Mittelmeerraum nachgewiesen. Maulbeerfeigen sind große Bäume von 10-15 m Höhe mit einer entsprechend mächtigen Baumkrone. Die echte Feige kann zu 10 m hoch werden. Typisch sind die handflächengroßen, tief gelappten Blätter der echten Feige, die jährlich abgeworfen werden und im Frühling neu austreiben.
Feigen tragen sehr früh und mehrmals im Jahr Früchte, sodass sich reife und unreife Fürchte zugleich an einem Baum befinden können. Feigen, die im August geerntet werden, haben die süßesten und saftigsten Früchte. Feigen werden frisch, getrocknet oder geröstet gegessen, zu Kuchen verbacken (1 Sam 25,18) oder zu Alkohol vergoren. Auf Hebräisch heißt die Feige feg, davon abgeleitet ist die lateinische Bezeichnung ficus.
 

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Feigenbaum
In der Bibel
Die Feige ist die erste Pflanze, die in der Bibel erwähnt wird (Gen 3,7). Als prominente Pflanze kommt sie in Dtn 8,8 vor; dort werden sieben Pflanzen erwähnt, die das heilige Land als wertvolles Kulturland auszeichnen. In einer Baumparabel ist in Ri 9,11 die Feige nach dem Olivenbaum als zweitwichtigste Pflanze genannt. 1 Kön 5,5 und Ri 4,4 sind Belege dafür, dass man sich in Friedenszeiten im Schatten des Feigenbaums getroffen hat, um auszuruhen, Freunde zu treffen, zu reden und zu lachen – und natürlich, um die süßen Früchte zu genießen. So ist der Feigenbaum selbst zu einem Zeichen für Frieden und Lebensglück geworden (Micha 4,4).
Jesaja hat mit einem Feigenbrei ein Geschwür des Königs Hiskija geheilt (2 Kön 20,7). Der Prophet Nahum verwendet den Feigenbaum als ein negativ besetztes Bild: die Städte des Königreiches Assur (Ninive) fallen im Kampf wie frühreife Feigen vom Baum, wenn man daran ein wenig rüttelt (Nah 3,12). Im NT klettert Zachäus auf den großen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus besser sehen zu können (Lk 19,4). Jesus selbst erklärt anhand des Feigenbaumes, dass seine Jünger wissen werden, wann die Endzeit anbricht (Mt 24,32f). Im Gleichnis Lukas 13,1-9 wählt Jesus als Beispiel einen Feigenbaum, der keine Früchte trägt.

 

 


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