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Wein/Weinrebe

Botanisch
Seit dem 3. Jahrtausend wird der Weinanbau im östlichen Mittelmeerraum betrieben.
Etwa seit 100 v. Chr. wurde mit der Züchtung und Unterscheidung einzelner Rebsorten begonnen.
Der echte Weinstock (Vitis vinifera subsp. vinifera) ist heute eine auf allen Erdteilen verbreitete Kulturpflanze, die aus einem urspünglich bis 30 m hoch kletternden Strauch gezüchtet wurde. Die Blütenrispen bilden Beerenfrüchte, die als Obst genossen oder zu Wein verarbeitet werden können.
Weintraube
Weintraube 2 Serie zur Bibel 3

 WeinrebeIn der Bibel
Der Wein/die Weinrebe ist eine der am häufigsten in der Bibel erwähnten Pflanzen. Jesus benutzt häufig Bildworte und Symbole aus der Weinkultur (vgl. Mt 21,33ff: Joh 2,1-13; Mt 26,27) - auch im Alten Testament wird diese Pflanze sehr häufig erwähnt.
So weiß die Bibel, dass schon seit ältesten Zeiten  Wein angebaut wurde: Noah wird als erster Winzer dargestellt (Gen 9,20). Die Bibel bezeugt auch, dass die Kanaanäer schon vor den Israeliten im Land einen hoch entwickelten Weinbau betrieben haben (Num 13,23f).
Weinberge zu besitzen bedeutete Reichtum (Gen 49,10f). Wein war wertvoll, weil er besonders intensiver Bearbeitung und Pflege bedurfte: Zunächst einmal musste ein Weinberg angelegt werden. Man braucht eine Hecke oder Mauer zum Schutz vor Tieren. Von einem Turm aus vertrieben Wächter Vögel, Füchse und Diebe. Angeheuerte Arbeiter, Pächter oder die Winzerfamilie samt ihrer Kinder und Sklaven lockerten den Boden, pflanzten die Rebstöcke, beschnitten diese im Winter, mussten im Herbst die Trauben lesen und dann keltern (Jes 5; Ps 80; Hld 2;15; Mt  20,1-16; 21,28-34).
Wein wurde zu Festen getrunken und sollte das Herz der Menschen erfreuen (Jes 25,6; Joh 2,1ff; Ps 104,15). Er wurde als Trankopfer im Tempel dargebracht und wird beim Sedermahl des Pessachfestes getrunken. (Ex 29,40; Mt 26,26ff; 1 Sam 1,24; 10,3; Hos 9,4). Übermäßiger Weingenuss wird kritisiert (Sir 31,25-31; Jes 28,1.3.7), vor allem wenn darüber die Rücksicht auf die Armen vergessen wird (Am 4,1). Neben der Verarbeitung zu Wein wurden Trauben auch gerne frisch gegessen oder in Rosinenkuchen verbacken. (2 Sam 16,19; Hos 3,1; Hld 2,5)
Der Prophet Jesaja vergleicht das Volk Israel mit einem Weinberg und Gott als seinen fürsorglichen Winzer (Jes 5,1-7; vgl. auch Ps 80,9ff). Das NT greift dieses Bild auf: Gott ist der Winzer (Mt 20,1-16). Jesus ist der Weinstock, mit dem die Jünger in Verbindung bleiben müssen, um Frucht zu bringen (Joh 15,1-8). 
 




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