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Die Geschichte des Katholischen Bibelwerks e.V.

Als das Katholische Bibelwerk unter dem Namen "Katholische Bibelbewegung" das Licht der Welt erblickte, konnte es schon eine lange Vorgeschichte aufweisen. An der Schwelle zum 20. Jh. war die deutsche liturgische Bewegung entstanden. Diese forderte u. a. die Verbreitung der Volkssprache im Gottesdienst. Damit war auch eine größere Bedeutung der Heiligen Schrift innerhalb und außerhalb des Gottesdienstes verbunden.

Ein Ziel: Verständliche Bibelübersetzungen für alle

Am 22. September 1933 gründeten Gläubige und Priester gemeinsam die "Katholische Bibelbewegung e.V." in Stuttgart. Als Zweck des Vereins wurde in der Satzung formuliert: "Die Verbreitung der Heiligen Schrift unter dem katholischen Volk entsprechend den Weisungen der kirchlichen Autoritäten zu fördern und dem Volke die Werke des Buches der Bücher in jeder erdenklichen Weise zu erschließen."

Der ursprüngliche Name musste 1938 auf Anordnung der NSDAP geändert werden. Die "Katholische Bibelbewegung" wurde so zum "Katholischen Bibelwerk". 1937 gründete der Verein einen vereinseigenen Verlag. Daraus entwickelte sich der "Verlag Katholisches Bibelwerk GmbH", der heute vom Verein getrennt und selbstständig agiert.

Von Anfang an veranstaltete der Verein Bibeltagungen in ganz Deutschland und brachte für seine Mitglieder ein Mitteilungsblatt heraus. Die ersten Ausgaben trugen grundlegende Titel wie "Der Katholik und die Bibel", "Warum Bibellesung und Bibelverbreitung?" oder "Kennst du das Land der Bibel?". Nach einer kriegsbedingten Unterbrechung wurden die Bibelbriefe im Jahr 1946 unter dem Namen "Bibel und Kirche" neu gegründet und bilden bis heute einer der beiden renommierten Mitgliedszeitschriften des Vereins. Im Jahr 1965 wurde diese stärker exegetisch ausgerichtete Zeitschrift ergänzt durch die zweite Mitgliedszeitschrift "Bibel heute".
 Prälat Straubinger
Johannes Evangelist Straubinger - einer der Gründungsväter des Katholischen Bibelwerks

Das Buch der Bücher in jeder erdenklichen Weise erschließen: Meilensteine in der Geschichte des Vereins

Ein Jahr zuvor, 1964, hatte in Stuttgart der 80. Deutsche Katholikentag stattgefunden. Damit war ein neuer Aufbruch der Bibelarbeit in Deutschland verbunden, der auch viele neue Mitglieder für das Katholische Bibelwerk mit sich brachte. 
Schon 1961 hatte das Katholische Bibelwerk e.V. auf die dringende Notwendigkeit einer einheitlichen deutschen Übersetzung der ganzen Heiligen Schrift hingewiesen. Aus dieser Initiative entstand, unter Federführung und Organisation des Vereins Katholisches Bibelwerk, die Einheitsübersetzung der Bibel, die 1979/80 abgeschlossen wurde.

Ein weiterer Meilensteine in der Arbeit des Vereins war die Erarbeitung eines Fernkurses Bibel, der seit September 1962 ein Selbststudium des Neuen und Alten Testaments ermöglichte. 

Ab 1984 wurde dann der "Grundkurs Bibel" zum Neuen und Alten Testament entwickelt. Er führt die Gruppen in acht gemeinsamen Wochenenden theologisch, exegetisch und erlebnisorientiert in die Bibel ein. Schnell fand er Teilnehmer/innen in fast allen deutschen Diözesen und wird seit 25 Jahren mit beeindruckendem Erfolg durchgeführt.
Dem Grundkurs folgte - auf vielfachen Wunsch der Teilnehmer/innen - ein "Grundkurs Männer, Frauen und die Bibel", der die Bibel stärker in Kontakt mit den Lebensthemen und Geschlechterrollen brachte. 2010 wurde dann ein 7-tlg. Kursmodell "Bibel für Fragende" zu zentralen biblischen Themen des Glaubens erarbeitet und herausgebracht. Seit 2015 gibt es einen Erwachsenenbildungskurs "Bibel fürs Leben", der biblische Texte mit Lebensfragen verbindet und dazu beitragen soll, die Bibel als Bezugspunkt des eigenen Handelns zu verstehen.

Seit 1996 verantwortet der Verein Katholisches Bibelwerk neben "Bibel und Kirche" und "Bibel heute" mit "Welt und Umwelt der Bibel" eine dritte Zeitschrift, die sich rasch etablierte. Hier stehen neben theologischen Artikeln die Religionsgeschichte, Historie, Kunst und Archäologie der Länder der Bibel im Vordergrund.

Um das Verständnis der biblischen Texte in der Liturgie zu stärken, gibt es seit einigen Jahren zu den biblischen Lesungen im Gottesdienst eine Lektorenhilfe auf der Homepage des Bibelwerks (www.bibelwerk.de). Sie führt - nicht nur Lektor/innen - in alle biblischen Texte der Sonntags- und Feiertagsgottesdienste ein.
Relativ jung ist ein Projekt, das seit 2010 die geistliche Bibellesung in den Vordergrund stellt. In Aufnahme der traditionellen Leseform "Lectio Divina" entwickelte das Bibelwerk  ein Bibellesemodell, das die geistliche Begegnung mit dem biblischen Text ermöglichen will und dabei die alte klösterliche Tradition der Bibellesung mit exegetischen Erkenntnissen verbindet.
Neuerdings bietet das Angebot der Sonntagsevangelien in Leichter Sprache unter www.bibelwerk.de den biblischen Text in möglichst verständlicher Sprache. So werden die Bedürfnisse von Menschen mit Lernschwierigkeiten, mit Demenz sowie von Menschen, die u. a. wegen ihres Migrationshintergrundes nur bedingt die deutsche Sprache beherrschen, berücksichtigt.

Wie geht es weiter?

Vor dem Hintergrund des multimedialen Zeitalters wird nicht nur die Digitalisierung der drei Zeitschriften eine wichtige Aufgabe sein, sondern es wird sich zeigen, inwieweit soziale Netzwerke wie Facebook oder twitter für die Bibelpastoral fruchtbar gemacht werden können. Vorrangig wird in diesem Zusammenhang auch das Vorantreiben des Fernkurses Bibel-online sein.
Zur langfristigen Sicherung seiner bibelpastoralen Arbeit gründete der Verein im Jahr 2005 die Stiftung "Bibel heute". Aus den Rücklagen wurde in den letzten Jahren u. a. die Kinderbetreuung für den "Grundkurs Bibel mit Familien" finanziert, so dass es auch jungen Familien möglich ist, an biblischen Wochenendkursen teilzunehmen.