"In jeder Sakristei das Evangelium in Leichter Sprache"

Verantwortliche bei der Auftaktveranstaltung am 15.10.2019 in Stuttgart. (c) Ch. Turray
Weihbischof Matthäus Karrer verteilt das Evangelium in Leichter Sprache. (c) K. Brockmöller

Auftakt zum Inklusionsprojekt der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Am Dienstag, den 15. Oktober 2019 startete in Stuttgart das auf drei Jahre angelegte Modellprojekt "Evangelium in Leichter Sprache". Ziel dieses gemeinsam mit dem Katholischen Bibelwerk e.V. verantworteten Projektes ist es, das Evangelium in Leichter Sprache noch stärker in die diözesane Inklusionsarbeit einzubinden.

Für sehr viele Menschen ist die Bibel ein Buch mit sieben Siegeln, nicht zuletzt aufgrund ihrer sehr gehobenen Sprache. Ganz besonders schwierig ist es für Menschen, die eine beeinträchtigte Auffassungsgabe haben, etwa Menschen mit Lernbehinderung. Sie haben im Allgemeinen keine Chance, die vorgetragenen Bibeltexte zu verstehen und brauchen zumindest eine gute und angemessene Katechese.

Seit drei Jahren liegen nun die Evangelien der Sonn- und Festtage als "Bibel in Leichter Sprache" in Buchform vor. Zu dieser "Bibel in Leichter Sprache" wird es in einem mehrjährigen Projekt zahlreiche Bildungsveranstaltungen geben. Zum Auftakt informierte Dieter Bauer vom Katholischen Bibelwerk e.V. über die Hintergründe, Eigenart und Schwierigkeiten der Übertragung von Bibeltexten in Leichte Sprache. In praktischen Phasen zeigten Mitarbeitende des Projektteams der Diözese, wie sie mit Bildern zu Leichter Sprache, mit kreativen Methoden sowie mit Gesang in ihren jeweiligen pastoralen Feldern das Evangelium verkünden. Inspirierend für alle war dabei die durchgängige Beteiligung von Menschen mit kognitiven Einschränkungen.

"Unser Ziel ist es, dass in jeder Sakristei das Evangelium in Leichter Sprache vorhanden ist. Noch wichtiger aber ist, dass man es nicht nur vorliest, sondern auch damit in unterschiedlichen Kontexten gut arbeiten kann. Genau hier setzt unser Modellprojekt an!", sagte der Diözesanreferent Johannes Hoffmann, der in Rottenburg bei der Hauptabteilung Pastorale Konzeption für die Seelsorge bei Menschen mit Behinderung zuständig ist.

Wie breit gefächert die Möglichkeiten sind, das Evangelium in Leichter Sprache einzusetzen, zeigte die bunt gemischte Teilnehmerschar bei der Auftaktveranstaltung: Mitarbeitende in Behinderteneinrichtungen, eine Gefängnisseelsorgerin, die Diözesanreferntin für Interkulturelle Pastoral, der Fachbereichsreferent für die Senioren, eine Notfallseelsorgerin, Lehrerinnen an Förderschulen wir auch Gemeindeassistentinnen ...

Zum Schluss überreichte Weihbischof Matthäus Karrer allen Teilnehmenden zusätzlich zur eigens erstellten Arbeitshilfe als Geschenk der Diözese eine "Bibel in Leichter Sprache" zum aktuellen Lesejahr.

Die Bildungseinheiten zum "Evangelium in Leichter Sprache", wie sie bei der Auftaktveranstaltung zu erleben waren, sind für Dekanate, Einrichtungen und sonstige Teams beim Katholischen Bibelwerk e.V. ab sofort buchbar (dieter.bauer@bibelwerk.de).