Das Institut für neutestamentliche Textforschung in Münster

Dr. Katrin Brockmöller, Prof. Dr. Holger Strutwolf, Dr. Jan Graefe, Dr. Uta Zwingenberger

Im Institut für neutestamentliche Textforschung sind alle weltweit bekannten Handschriften des Neuen Testaments online verfügbar. Auf dieser Datenbasis baut sowohl der Text des Neuen Testaments als auch die Rekonstruktion der neutestamentlichen Überlieferung auf. Über Jahrhunderte wurde das uns bekannte Neue Testament in einzelnen Büchern tradiert und nicht als ein einziges Buch. Da stellen sich Fragen, wie weit der biblische Text überhaupt ursprünglich ist, wie weit sich Veränderungen eingeschlichen haben ...

Bei einem Besuch des Instituts durch die Teilnehmenden des Kurses der Bibelpastoralen Qualifizierung machten Prof. Dr. Holger Strutwolf und sein Mitarbeiter Dr. Jan Graefe die Faszination der Textkritik deutlich. Sie zeigten: Ja, in vielen tausenden Worten gibt es Varianten in der Überlieferung. Aber die Grundaussage der Bibel bleibt immer erhalten.

Aber natürlich ist auch die Textkritik immer ein Kind ihrer Zeit. So dauerte es etwa viele Jahrzehnte, bis endlich entsprechend dem handschriftlichen Befund die Apostolin "Junia" in Röm 16,7 auch in den Bibelübersetzungen sichtbar wurde.