Bibelpastoral im Mittelpunkt

Die Diözesanleiter/innen vor dem Hamburger Mariendom. (c) Kath. Bibelwerk e.V.

Der deutschlandweite Austausch über die Bibelpastoral steht im Mittelpunkt der jährlichen Treffen der Diözesanleiter/innen des Katholischen Bibelwerks: neue biblische Projekte werden vorgestellt, Ideen entwickelt und Kooperationen entstehen. Es sind immer intensive Tage der gemeinsamen Arbeit. Ein Höhepunkt in diesem Jahr war auch der Studienteil: Christen und Juden im biblischen Gespräch. Landesrabbiner Dr. Moshe Navon von der Liberalen Jüdischen Gemeinde in Hamburg zeigte in sehr lebendiger Weise, wie ein Jude das Vaterunser liest. Und Prof. Dr. Georg Steins von der Universität Osnabrück legte nicht weniger intensiv den biblischen Text von der Bindung Isaaks aus.

Im Rahmen dieses Treffens wurde auch der langjährige Diözesanleiter von Hamburg, Helmut Röhrbein-Viehoff, in den Ruhestand verabschiedet. Und auch für Anneliese Hecht, die nach 38 Jahren im Bibelwerk in den Ruhestand geht, war es ihre letzte Diözesanleiterkonferenz. Ihren Abschiedsimpuls begann sie mit einem Zitat der früheren Hamburger Bischöfin Maria Jepsen: „Es gibt schlafende Sätze in der Bibel, die sich dort ausruhen und Kraft sammeln und die, wenn die Zeit gekommen ist, zu mir kommen werden, um mir etwas zu sagen. Andere haben mich längst wieder verlassen und sind zurückgekehrt und nur noch im Buch oder gar nicht mehr mit mir unterwegs. Einige Wörter sind schon wach und schauen mich an, Wörter blinzeln mir zu, und ich weiß nicht warum; ich weiß nicht, was sie wollen von mir oder mit mir. Irgendwann werden sie geschehen, sich losreißen und zu mir dringen; ins Herz dringen. Die Bibel ist ein lebendiges Buch — richtig tot und abgetan für alle Zeiten ist nichts in ihr. ... Ich weiß nicht, wie viele Sätze in der Bibel auf mich warten. Ich weiß nicht, welche Bibelworte für Sie, die Sie dies lesen (oder heute hören), in ihr liegen und warten, um in unser Leben einzugreifen. Doch eines weiß und glaube ich: die Bibel brodelt. Dauernd sind Wörter unterwegs, uns aufzurütteln oder sanft zu trösten. Und manche Wörter schlafen, bis ihre Zeit gekommen ist.“