"Damit die Bibel zu einer immerwährenden Provokation wird"

Im vergangenen September hat Papst Franziskus den 3. Sonntag im Jahreskreis zum "Wort-Gottes-Sonntag" bestimmt. (Aperuit illis). Warum es einen eigenen Sonntag des Wortes Gottes braucht, hat Erzbischof Fisichella, Vorsitzender des Päpstlichen Rats zur Förderung der Neuevangelisierung, in einer Pressekonferenz erläutert:

"Die Heiligen Schrift ist allen anvertraut, als Zeichen dafür, welche Aufmerksamkeit wir der Heiligen Schrift widmen müssen: Dass sie nicht nur ein Buch in unseren Händen ist, sondern vielmehr zu einer immerwährenden Provokation wird - für Gebet, Lektüre, Meditation und Studium der Bibel. Dieser Sonntag will für alle Christen Anreiz sein, die Bibel nicht nur wie ein Buch unter vielen Daheim im Regal stehen zu haben, wahrscheinlich verstaubt, sondern sie als MIttel zu nutzen, unseren Glauben wiederzuerwecken" (vatican news).

Ziel: Die Heilige Schrift als lebendige Regel im Leben der Kirche

Der Sonntag des Wortes Gottes will die Gläubigen ermutigen, die Bibel zu kennen und zu verstehen, erläuterte Fisichella weiter. Das drücke auch das Logo aus, es zeigt den auferstandenen Christus mit zwei Jüngern auf dem Weg nach Emmaus. Auffällig ist, dass einer der Jünger eine Frau ist, denn, so Fisichella: "Wir wissen nicht, wer das ist, der da mit ihm nach Emmaus ging."

Sonntag des Wortes Gottes und Ökumenischer Bibelsonntag

In Deutschland feiern viele christliche Gemeinden seit über 40 Jahren am letzten Sonntag im Januar den Ökumenischen Bibelsonntag. In Anerkennung dieser sehr lebendigen Tradition hat die Deutsche Bischofskonferenz das Anliegen des Papstes mit der ökumenischen Praxis in Deutschland verbunden und festgelegt, dass der Sonntag des Wortes Gottes künftig immer am letzten Sonntag im Januar gefeiert wird und damit Ökumenischer Bibelsonntag und Sonntag des Wortes Gottes  immer an einem gemeinsamen Termin begangen werden.

Der Gottesdienst zum Bibelsonntag wird jedes Jahr gestaltet vom Katholischen Bibelwerk e. V. zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen, dem Deutschen liturgischen Institut der Deutschen Bischofskonferenz, der Deutschen Bibelgesellchaft und der evangelischen Arbeitsstelle für missionarische Kirchenentwicklung und diakonische Profilbildung (midi).