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Birgitta von Schweden

Wer in Gemäldegalerien oder Kirchen Darstellungen von Geburt und Passion Christi betrachtet, stößt immer wieder auf vertraute Details, die in den Evangelien gar nicht vorkommen. Das nackt und leuchtend am Boden liegende Jesuskind etwa, Maria, die es anbetet, oder drastische Einzelheiten der Kreuzigung: Vieles davon geht auf die Visionen einer außergewöhnlichen Frau zurück – Birgitta von Schweden. Ihre bildmächtigen Schilderungen haben die christliche Kunst über Jahrhunderte geprägt.

Doch Birgitta war weit mehr als eine Mystikerin. Die um 1303 geborene Adlige war Ehefrau und Mutter von acht Kindern, später Witwe – und entwickelte sich zu einer ebenso selbstbewussten wie unabhängigen „Grande Dame“ des Mittelalters. Sie pilgerte nach Santiago de Compostela, lebte lange in Rom und reiste noch im hohen Alter ins Heilige Land. Als „Prophetin“ und Ordensgründerin mischte sie sich in kirchliche, politische und gesellschaftliche Fragen ein, mahnte Kaiser und Papst und scheute keine deutlichen Worte.

Ein für ihre Zeit langes, bewegtes Leben – und ein erstaunliches Vermächtnis, dessen Spuren bis heute sichtbar sind. 

Diesen Spuren folgt Prof.in Dr. Rita Burrichter in ihrem Artikel „Witwe, Prophetin, Heilige, Mystikerin“ in der Ausgabe 3/2026 „Wikinger, Könige, Bibel: Die Christianisierung Skandinaviens“ von Welt und Umwelt der Bibel.