Zusammenhalt – Wenn alle „einer“ sind (Galater 3,26-28)

Ein eindrückliches Zeugnis davon gibt ein Text im Brief des Paulus an die Gemeinden in Galatien (Gal 3,26-28). Dieser Text sagt: Wer getauft ist, hat den Messias Jesus wie ein Gewand angelegt und lässt sich ganz und gar von ihm und seiner Haltung prägen. Das verändert den Blick auf Menschen grundlegend: Was nach herrschenden gesellschaftlichen Maßstäben den »Wert« eines Menschen ausmacht – Herkunft, Status, Geschlecht –, ist nicht mehr relevant:

»Es gibt nicht mehr jüdische und griechische Menschen, nicht Versklavte und Freigeborene, nicht männlich und weiblich; denn ihr seid alle ›einer‹ in Christus Jesus« (Galater 3,28).

Die frühen Gemeinden dachten mutig und neu. Sie probierten etwas aus: ein Miteinander, in dem alle die gleiche Würde haben, sogar diejenigen, für die dies nach damaligen gesellschaftlichen Regeln nicht galt (versklavte Menschen, Frauen, Fremde, usw.). Die Vision einer Gemeinschaft, an der alle ohne Unterschiede beteiligt sind, machte die Jesusbewegung in ihren Anfängen so attraktiv.

Die biblische Botschaft kennt zahlreiche Texte von Geschwisterlichkeit und Gegenerzählungen zu Spaltung und Ausgrenzung. Vielleicht sollten wir sie wiederentdecken?

 

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