Zum jüdisch-christlichen Gespräch

Im Jahr 2021 wird ein Festjahr zu 1700 Jahre jüdischen Lebens in Deutschland begangen. Die katholische und die evangelische Kirche verantworten aus diesem Anlass die Kampagne „#beziehungsweise – jüdisch und christlich: näher als du denkst“.

Dadurch möchten sie anregen, die enge Verbundenheit des Christentums mit dem Judentum wahrzunehmen. Auch und gerade im Blick auf die Feste wird die Verwurzelung des Christentums im Judentum deutlich. Mit dem Stichwort „beziehungsweise“ soll der Blick auf die aktuell gelebte jüdische Praxis in ihrer vielfältigen Ausprägung gelenkt werden. Die Kampagne ist ein Beitrag zum Festjahr. Näheres dazu auf der Kampagnen-Homepage.

Das Katholische Bibelwerk e. V. widmet sich dem Thema jüdisch-christliche Beziehungen seit langem und greift das Thema auch immer wieder in seinen Publikationen auf.

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl zu besonderen Schwerpunkten im christlich-jüdischen Gespräch:

Judentum allgemein

Einen Überblick über die geschichtliche Entwicklung des Judentums, die allgemein verständlichen Einführungen in die jüdischen Feiertage und Geste sowie die Darstellung des Gebetes und der wichtigsten Kultgegenstände samt einer Einführung in die hebräische Bibel und jüdisches Schrifttum bieten Franz Kogler u.a. in der Publikation „Shalom! Judentum zum Kennenlernen“.

Das interreligiöse Gespräch

Eine ganze Ausgabe seines Magazins „Welt und Umwelt der Bibel“ ist der Kunst des Zusammenlebens zwischen Juden, Christen und Muslimen im Mittelmeerraum gewidmet.

Die heiligen Schriften der drei großen Weltreligionen Tora – Bibel – Koran in ihrer Übertragung für Kinder war Thema von „Bibel und Kirche“.

Die Suche nach tiefen Gotteserfahrungen findet sich bei Menschen unterschiedlichster Zeiten und Religionen. Mystische Traditionen ziehen sich durch die Jahrhunderte: in Judentum, Christentum und Islam“. Eine eigene Ausgabe des Magazins „Welt und Umwelt der Bibel“ ist genau dieser Spurensuche gewidmet.

Der heilige Name Gottes

Der Gottesnmae wird bekanntlich im Judentum nicht ausgesprochen. An den Stellen, an denen der Gottesname mit den vier Konsonanten JHWH steht, sprechen viele "Adonai" (= "mein Herr"). In christlichen Bibelausgaben wird deshalb an dieser Stelle oft HERR geschrieben. Das ist aber keine für alle befriedigende Lösung. In "Bibel heute: Wie heißt Gott?" wird darüber nachgedacht, wie man heute angemessen mit dieser Frage umgehen kann, auch im Gegenüber zu den jüdischen Geschwistern.

Die Würdigung des Erstes Testaments

Bereits vor 30 Jahren hat der Bibeltheologe Erich Zenger mit seiner Streitschrift „Das Erste Testament“ die Diskussion angeregt, ob der Begriff "Altes Testament" nicht allzu despektierlich sei.,Wenn wir Christen unser "Altes Testament" wirklich lieben, warum kommt dann der erste Teil der Bibel in Predigt und Liturgie immer zu kurz? Lieben wir Christen unser Altes Testament wirklich? „Bibel heute“ greift diese Frage auf und begegnet vielen Vorurteilen.

Wer die vielfältigen Beziehungen zwischen Altem und Neuem Testament entdecken möchte, ist zu einem Memory-Spiel eingeladen. Dabei werden Motive, die in beiden Teilen der Bibel vorkommen, miteinander verknüpft und mit Denkanstößen versehen. Zum Download geht es hier.

Kaum jemandem ist bewusst, dass die Weihnachtserzählungen des Neuen Testaments komplett aus dem Alten Testament schöpfen: Betlehem und David, die Geburt aus der Jungfrau, der Stern, dem die Magier folgen, die Engel, die Botschaften bringen, die Hirten, die Krippe…

Das Leseprojekt der „Lectio Divina“ für den Advent nimmt die Anfänge des Matthäusevangeliums (Mt 1-2) in den Blick. Diese Kindheitsgeschichte Jesu ist voll von alttestamentlichen Bezügen.

Jüdische und christliche Schriftauslegung

Jahrhunderte lang haben Christen die Bibel ausgelegt ohne die lange Tradition jüdischer Bibelauslegung überhaupt nur zu berücksichtigen. „Bibel und Kirche“ stellt christliche und jüdische Positionen vor und eröffnet neue Perspektiven für eine christliche Schriftauslegung, die jüdische Theologie wertschätzt.

Dass sich in der christlichen Exegese inzwischen einiges getan hat, kann man gut am „jüdischsten“ der vier Evangelien sehen, dem Matthäusevangelium. Wie man dieses Evangelium „neu lesen“ kann, wenn man die jüdischen Wurzeln ernst nimmt, zeigt „Bibel und Kirche“.

In „Bibel und Kirche 4/2020“ findet sich ein Beitrag von Daniel Krochmalnik: Die Psalmen in der jüdischen Frömmigkeit am Beispiel des Sabbateingangspsalters.

 „Das Buch Ijob in der jüdischen Auslegungstradition“ behandelt Jehoschua Ahrens in „Bibel und Kirche 3/2020“.

Antijudaismus im Neuen Testament?

Gerade die Johannespassion, die an Karfreitag in den Kirchen gelesen wird, wurde von Christen lange Zeit als gegen „die Juden“ gerichtet gelesen. Zu einem behutsameren Verständnis lädt die Leseweise der „Lectio Divina“ ein.