Bibel heute blickt neu auf die biblischen Wundererzählungen
Stuttgart, 21.07.2026 Kleine Außenseiter besiegen scheinbar übermächtige Gegner, Spiele kippen in letzter Minute – auch bei der aktuellen Fußball-WM ist immer wieder von „Wundern“ die Rede. Doch was ist eigentlich ein Wunder? Und was erzählt die Bibel darüber? Die neue Ausgabe von Bibel heute geht dieser Frage nach – mit überraschenden Einblicken von der Antike bis in die Gegenwart.
Glauben Sie an Wunder? In einer von Rationalität und naturwissenschaftlichen Erklärungen geprägten Welt begegnen viele biblischen Wundererzählungen mit Skepsis. Die Beiträge des Heftes zeigen jedoch, dass diese Texte weit mehr sind als Berichte außergewöhnlicher Ereignisse. Sie erzählen von Gottes lebensschaffender Kraft, wecken Hoffnung und verändern den Blick auf die Wirklichkeit. Wundererzählungen sind, so der Alttestamentler Georg Steins, regelrechte „Spreng-Sätze“: Sie durchbrechen vertraute Denkmuster und eröffnen neue Möglichkeiten des Denkens und Glaubens.
Die Ausgabe zeichnet nach, wie Wunder in der Antike verstanden wurden, erläutert die hebräischen und griechischen Begriffe der Bibel und zeigt, wie sich das Verständnis von Wundern bis heute verändert hat. Dabei wird deutlich: Die biblischen Texte wollen nicht in erster Linie beweisen, dass Naturgesetze außer Kraft gesetzt werden, sondern laden dazu ein, Gottes Wirken neu wahrzunehmen.
Bei Gott ist nichts unmöglich!
Der Neutestamentler Christian Wetz macht deutlich, dass zum Wunder das Staunen gehört: Erst wer sich wundert, entdeckt einen neuen Horizont und verortet sich selbst neu. „Wunder geschehen jenen, die an Wunder glauben“ (Zygmunt Bauman): Kontext und ein besonderes (Zeit-)Geschehen, in dem sich Wunder ereignen können, sind entscheidend. Im Gespräch mit der Theologin Sophia Niepert-Rumel werden Wundererzählungen als Protest- und Hoffnungsgeschichten sichtbar, die bis heute befreiende Kraft entfalten können.
Dabei verliert sich das Heft nicht in einer naiven Wunderbegeisterung. Es zeigt, wie Wundererzählungen literarisch gestaltet sind und in ihrem historischen und theologischen Kontext verstanden werden müssen. Zugleich bezieht der „Klartext“ Position gegen fundamentalistische Heilungsversprechen und manipulative Praktiken.
Poetische Beiträge aus Kunst und Literatur sowie eine Schreibmeditation eröffnen weitere (kreative) Zugänge zu den biblischen Texten. So lädt Bibel heute dazu ein, Wunder neu zu entdecken – nicht als spektakuläre Sensationen, sondern als Geschichten, die den Blick auf Gott, die Welt und das eigene Leben verändern.
Wundert euch!
Einblick
Geschichten von Gottes Kraft
Wundererzählungen begegnen
Wissenswertes
Die Sprache der Wunder
Wie Wundererzählungen in der Antike gestaltet wurden
Perspektiven
Auch wir sprechen Wundersprache
Sieben Thesen zum Verständnis von biblischen Wundergeschichten
Kunst
… komm heraus!
Ein Bild des Künstlers Heribert A. Huneke im Horizont der Lazarusgeschichte
In der Mitte
Horizonte
Wundert euch!
Staunen gehört zum Kern biblischer Wundererzählungen
Apostelgeschichte 13,6-12
Wenn ein Wunder blind macht
Die Geschichte von Paulus und Barjesus Elymas, in der ein Wunder zur Strafe wird
Auf ein Wort mit Sophia Niepert-Rumel
Protest und Hoffnung
Ein Gespräch, wie sich Wundergeschichten heute lesen und verkündigen lassen
Klartext
Was sage ich, wenn …
Antworten auf fundamentalistische Bibelauslegungen
Literatur
Mit allen Wunderwassern gewaschen
In Ulla Hahns Versen treffen Poesie und Gottessprache aufeinander
Praxis
Eine Wundererzählung …
… mit einer Schreibmeditation entdecken
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