Ein Mann, der ungepflegt, fast verwahrlost, am Ufer eines Flusses steht und zur Umkehr aufruft …

Ist der nicht aus der Zeit gefallen?

 

Die Menschen in Jerusalem um die Zeitenwende scheinen nicht so gedacht zu haben. Nach der biblischen Überlieferung sind sie „in Scharen“ zu dem Mann am Jordanufer, zu Johannes dem Täufer, gekommen. Sie lassen sich überzeugen, und vollziehen ein Symbol, dass sie es ernst meinen, mit ihrem neuen Leben: das Untertauchen im Jordan.

Wie weit die Menschen diese Umkehr auch später in ihrem Leben umsetzen (konnten), wissen wir nicht. Doch der feste Vorsatz war da. Auch Jesus wird wie Johannes zur Neuausrichtung des eigenen Lebens aufrufen.

 

Niemand von uns lässt sich gern sagen, dass er/sie falsch lebt, bzw. etwas ändern soll/muss am eigenen Lebensstil, an der eigenen Art zu leben.

Das gilt für kirchliche Impulse, ärztliche Ermahnungen ebenso wie dafür, dass wir bereit sein sollten für eine Veränderung unserer Lebensweise, wenn die Menschheit die Klimakatastrophe aufhalten will.

 

Schon bei Johannes stellt sich die Frage: Was bringt Menschen dazu, etwas an ihrem Leben zu ändern? Die Überzeugung, dass es so nicht weitergehen kann? Die Drohung, dass es sonst zu spät ist? Die Erfahrung, dass Konsequenzen schon jetzt am eigenen Leib zu spüren sind? Die Unterstützung anderer?

 

Der Täufer Johannes mag aus der Zeit gefallen sein. Die Erfahrung, dass es immer wieder mal darum geht, den eigenen Lebensstil zu überdenken und ggf. zu ändern, ist es nicht.

 

Bild: El Greco: Johannes der Täufer. © public domain