05. November 2026
19.00 Uhr
Jesus, der Jude
Chemitz
Was wir über den Menschen aus Nazareth vergessen haben (Prof. Dr. Magnus Striet, Rabbiner Michael Jedwabny).
Aus einer christlichen Perspektive zwingt es sich natürlich geradezu auf, danach zu fragen, wer dieser Jude Jesus war. Das hängt wesentlich damit zusammen, dass er schließlich als die Fleischwerdung Gottes selbst geglaubt wurde. Nur ist dies eine gewagte Behauptung. In jedem Fall bewegen wir uns in Deutungskonstruktionen, und die sind ganz wesentlich davon bestimmt, wohin sich die religionskulturellen Auseinandersetzungen bewegen. Jesus war immer eine Projektionsfläche, und er war als Konstrukt – lassen wir einmal, was überhaupt historisch erreichbar ist, außen vor – ein Distinktionsmedium: In der Auseinandersetzung um ihn bildeten sich erst heraus, was wir heute Christentum und Judentum nennen.
Während das Christentum die Frage ‚Wer ist Jesus?‘ in den Mittelpunkt seines Glaubens stellt, richtet das Judentum seinen Blick auf eine andere Frage: Wie verhält sich jede religiöse Lehre zur Offenbarung am Sinai und zur Tora? Deshalb entwickelte das Judentum kein eigenes Jesusbild, sondern setzte sich mit den unterschiedlichen christlichen Deutungen Jesu auseinander. Gerade dieser Perspektivwechsel eröffnet die Möglichkeit, das Verhältnis zwischen Judentum und Christentum neu zu betrachten und den jüdischen Kontext, aus dem das Christentum hervorging, besser zu verstehen.
Ort: TU Chemnitz, Eduard-Theodor-Böttcher-Bau, Altes Heizhaus (Innenhof), Straße der Nationen 62, 09111 Chemnitz
Anmeldung: Kath. Akademie Dresden-Meißen, Schloßstr. 24, 01067 Dresden, Tel. 0351 31563-358, info.akademie(at)bddmei.de, www.katholische-akademie-dresden.de